Mettlacher Markierungssystem 

Als wichtigste Handelsmarken (Stempel Verzeichnis / Markenzeichen / V&B Stempel) in dem goldenen Zeitalter der Mettlacher Keramik kann man die Turmmarke (= Prägemarke) und die Merkurmarke (= Stempelmarke) ansehen. Daneben gibt es auch sogenannte Reliefmarken (aufgesetzte Markensymbole, siehe u.s. Galleriebilder), die vor 1880 eingesetzt wurden.

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Mein Eindruck der letzten Jahre ist, dass die Anzahl der Sammler von Mettlach-Keramiken stetig abgenommen hat und es fast ausschließlich nur noch Menschen gibt, die etwas zum Alter/Wert der Keramiken wissen wollen, um sie dann schnellstmöglich zu verkaufen. Dies zeigt auch, dass 99,9% bei Ihrer Suche nach Informationen auf dieser Seite landen und sich auch nur dafür interessieren. Eigentlich schade!

Solche Menschen finden die gewünschten Informationen eher auf anderen Webseiten des Internets. Meine Schwerpunkte liegen woanders.

 

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Weitere interessante Informationen zu Mettlacher Keramik / Stempeln findet man hier:

 

Die Turmmarke symbolisiert den Alten Mettlacher Turm aus dem 11. Jahrhundert. Der Stempel wurde 1883 eingeführt

 

Die Merkurmarke zeigt den geflügeten Kopf des Merkurs mit zwei von Schlangen umringten Stäbe über dem Banner Villeroy & Boch. Merkur wird als Gott des Handels bezeichnet. Dieser Stempel wurde vom Unternehmen beim Kaiserlichen Patentamt am 18. März 1876 als Merkurstempel angemeldet, nachdem in Deutschland am 30. November 1874 ein Markenschutzgesetz verabschiedet wurde, welches am 01. Mai 1875 in Kraft trat.

In den V&B Manufakturen Mettlach, Bonn, Dresden, Saargemünd, Schramberg, Septfontaines, Torgau und Wallerfangen wurde der Stempel in verschiedenen Farben und unterschiedlichen Zusätzen verwendet. 

Turm- und Merkurmarke wurden auf dem Boden (Krug) / Rückseite (Wandteller) entweder eingeprägt (= Prägemarke) oder aufgestempelt (= Stempelmarke). 

Es ist aber auch nicht ungewöhnlich, hin und wieder einen Krug ohne Stempel zu finden (vor allem die sehr frühen Krüge um 1860) oder einen Wandteller, dessen Merkur Stempel aus Tinte im Laufe der Jahrzehnte nur noch als farbiger Fleck zu erkennen sind. Es sind jedoch Ausnahmen. Letztlich läßt sich aber Mettlacher Keramik auch ohne Stempel gut erkennen.

Bei den meisten Umdruck-, Rookwood- und auch einigen Delft- und Fayence-Artikeln wurde neben der Formnummer eine Dekornummer aufgestempelt oder gemalt. Vor der Nummer wurden hin und wieder der Buchstabe "D" oder die Kombibation "DEC" gesetzt, was die Bezeichnung für "Dekor (Englisch Decor)" darstellen soll. Meistens ist es aber lediglich eine 3-4 stellige Zahl.

Villeroy & Boch markierte im Gegensatz zu vielen anderen Keramik-Herstellern seine Produkte sehr sorgfältig. So lassen sich bei den meisten Erzeugnissen die Formnummer (Muster- oder auch Seriennummer genannt)  und das Herstellungsjahr sehr gut ablesen. Aber auch Informationen zur Größe, des Dekors (in der Regel bei Umdruck, Delft, Fayence und Rookwood) und eine Qualitätskontrollnummer wurden abgebildet.  

In einigen Fällen findet man eine goldene oder schwarze Malernummer, eine Prüfungsmarke (%) und eine P(robe)-Markierung.

Besonders die Erzeugnisse mit einem P oder PROBE sind sehr begehrt bei Sammlern, da diese Vorserien-Produkte oft (geringfügig) in Farbe und ggf auch Dekor vom Original abweichen (= Probe-Brand) und deshalb sehr selten wenn nicht sogar echte Unikate sind.

Dieses "P" kann sowohl aufgemalt / aufgestempelt als auch eingeprägt sein. Bei Produkten mit dem eingeprägten "P" fehlt in der Regel die Formnummer bzw. die weiteren Kennzeichnungen. Artikel mit dem aufgemalten / aufgestempelten "P" bzw. "Probe" wiederum tauchen (so mein bisheriger Kenntnisstand) stets mit weiteren Markierungen auf.

Mettlach-Artikel mit eingeprägten "P" werden üblicherweise höher bewertet als Artikel mit aufgemalten / aufgestempelten "P". Dies liegt daran, dass für diese Produkte eine spezielle Form erstellt werden mußte, die das "P" bereits beim Erstellen des Rohlings (über Schlickerguss) aufbrachte. Denke mal, dass dabei auch Alternativen der Keramikform vor der Serienfertigung ausprobiert wurden. Bei den aufgemalten / aufgestempelten "P" konnte ich bisher (wenn überhaupt) nur Abweichungen in der Farbgebung feststellen. 

Wenn der Begriff "Made in Germany" abgebildet ist, so kann man davon ausgehen, dass das Produkt für den Export (in der Regel in die USA) vorgesehen war.

Es gibt eigentlich nur wenige Mettlachartikel, die nicht mit einer Marke versehen sind. In der Regel waren dies Dekorartikel mit einem Herstellungdatum >= 1900 oder Relief-Produkte die (wie bereits erwähnt) um 1860 hergestellt wurden. Ein anderes Beispiel sind Produkte, die vorgefertigt wurden und auf Bestellung dann in der Regel individuell, sozusagen nach dem Geschmack des Kunden, dekoriert wurden.

Ich selbst besitze eine schöne Prunkvase aus dem Zeitraum von 1900-1920, die aus der Serienfertigung von Villeroy & Boch Mettlach stammt und die vom damaligen Leiter der Mettlacher Zeichenschule, Peter Winkel, bemalt und signiert wurde. Die 60cm große Vase (eigentlich eine Amphore) hat keine Herstellermarke bekommen und ist nur über die Signatur des Malers eindeutig dem Mettlacher Unternehmen zuzuordnen.

 

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