Villeroy und Boch Keramik-Museum in Mettlach

Museum Mettlach Ende des 19. Jahrhunderts, Unternehmensarchiv Merzig

Das Keramik-Museum in der Alten Abtei von Mettlach beherbergt die keramischen Sammlungen des Unternehmens Villeroy & Boch, um diese für die Nachwelt aufzubewahren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Es ist auch der Ort, der mich zum ersten Mal staunen ließ, was man aus Ton, Wasser, Glasuren, Farben und einigen weiteren Zutaten so alles "zaubern" kann.

Als ich zum ersten Mal vor einigen Jahren dort war, standen in einem großen Raum viele große Vitrinen, welche Exponate aus der "Glanzzeit Mettlacher Steinzeugkunst" ausstellten. Natürlich konnte man nicht alles zegen, was an wirklichem Bestand vorhanden war, es war aber ein guter Einblick in die verschiedenen Herstellungstechniken als auch Form- und Farbgestaltungen.

Aktuell (2018) sind leider nur noch 3 Vitrinen zu sehen und ich habe erfahren, dass der gesamte Park, in dem sich auch die Alte Abtei befindet, zu einem großen "Erlebniszentrum" mit Shopping-Möglichkeiten und Gastronomie umgestaltet werden wird.

Ob in diesem neuen Zentrum dann die schönen Zierkeramiken aus der Glanzzeit noch Platz finden werden, konnte man mir nicht sagen. Ich hoffe nur, dass sie nicht dem ausschließlichen "Vorrang des Verkaufens" zum Opfer fallen. Wir werden sehen!

-------------------------------------------

Gründung des Keramikmuseums in Mettlach, Saar

Die Initiative zur Gründung eines Keramikmuseum ging von Eugen von Boch aus, der sich von dem Direktor der Manufaktur in Sévres dazu anregen ließ. Etwa um 1844 ließ er im Auftrag seiner Familie die umfangreiche private Boch’sche Sammlung in einem dafür speziell vorgesehenen Raum aufstellen. Doch erst 1851 spricht man zum ersten Mal offiziell von einem Keramik-Museum.

Im den darauffolgenden Jahren wurde der Bestand des Museums durch stete Zukäufe von Eugen von Boch aus anderen Manufakturen in der ganzen Welt umfangreich erweitert. Somit war die Ausstellung nicht alleine auf die im eigenen Unternehmen hergestellten Produkte beschränkt, sondern umfaßt Exponate aus den keramischen Metropolen in Europa und aus der ganzen Welt.

Am 17. März 1873 faßte man dann den Beschluß, ein "richtiges" Museum einzurichten. Der gesamte Boch'sche Familienbestand an Keramiken ging an das Unternehmen über und der Bestand des Museums wurde weiter ausgebaut. Einer dieser fließigen Sammler war René von Boch-Galhau, der Sohn von Eugen von Boch. Aber auch ehemalige Mitarbeiter des Unternehmens trugen durch ihre Schenkungen zur Anreicherung der Ausstellung zu.

Im August 1922 - nach dem schlimmen Grossbrand in der Mettlacher Abtei - wurden die Ausstellungsstücke im rechten Flügel der Alten Abtei untergebracht. Hier waren sie der Öffentlichkeit weiter zugänglich.

Während des 2. Weltkrieges wurden alle Gegenstände nach Dresden gebracht und von dort dann wieder rechtzeitig vor der Bombardierung der Stadt durch die Allierten nach Mettlach zurück befördert.

Man kann also von Glück sagen, dass die Keramiken in diesen unruhigen Zeiten heil geblieben sind.

Da man aufgrund der massiven Zerstörung der Alten Abtei durch den Krieg zu wenig Platz zum Lagern hatte, wurden die Exponate in den Keller des Gebäudes gebracht, wo auch heute noch ein großer Teil untergebracht ist.

Heute ist die Ausstellung im Keramikmuseum zum großen Teil auf die eigenen Produkte beschränkt. Zumindest habe ich persönlich nichts mehr von anderen Firmen entdecken können. Bei der Vielzahl an Keramiken, die Villeroy & Boch im Laufe von über 2 Jahrhunderten selbst produziert hat, auch verständlcih.

Im folgenden eine kleine Bilderserie aus dem Mettlacher Keramik Museum, in der auch der berühmte Historische Mettlacher Milchladen zu sehen ist.

Zur Vergrößerung bitte das Bild mit der Maus anklicken

Quellenangaben:

1. Therese Thomas - Die Rolle der beiden Familie Boch und Villeroy im 18. und 19. Jahrhundert, Saarbrücken 1974

2. Die schöne Welt der Keramik - Der Weg durchs Museum in fünf Etappen, Herausgeber: Keramikmuseum Mettlach