Fritz Reiss (1857-1915)

Fritz Reiss Portrait

Fritz Reiss wurde am 19. März 1857 in Düsseldorf als zweiter Sohn des Lithographen Richard Wilhelm Gottlieb Reiss und seiner Frau Lydia Klara Ernestine Reiss (geb. Bohr) geboren.

Sein Vater erkannte früh bereits sein zeichnerische Talent und ermöglichte ihm, trotz der finanziellen Belastung durch weitere 9 Kinder, ein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf bei Karl Müller (angesehener Historienmaler) und Heinrich Lauenstein. Anschließend war er bis 1878 im lithografischen Betrieb seines Vaters in Düsseldorf als Mitarbeiter beschäftigt.

Bedingt durch seine Heirat und dem Wunsch eigene Wege zu gehen, zog er 1879 von Düsseldorf nach Stuttgart wo er bis 1882 lebte und arbeitete. Dann zog er mit seiner Frau nach Lahr, wo dann auch sein erster Sohn geboren wurde.

Eine weitere Etappe seines Lebens war dann 1886 der Umzug nach Karlsruhe, wo sein Sohn Winold (späterer deutsch-amerikanischer Kunstmaler) geboren wurde.

1888 zog er mit der Familie nach Leipzig, 1892 wiederum nach Stuttgart und 1899 nach Freiburg im Breisgau, wo er bis 1908 lebte.

1909 zog er ein letztes Mal nach Kirchzarten (bei Freiburg gelegen) um, wo er am 27. Februar 1915 schließlich verstarb. 

Reiss war Mitglied der 1899 gegründeten Künstlervereinigung Breisgauer Fünfer. In Kirchzarten schloss er sich den Malern der sogenannten Künstlerkolonie Gutach an. In seinen Zeichnungen, Aquarellen und Gemälden hielt er das Land, die Leute und das Brauchtum des Schwarzwaldes erzählerisch-humorvoll fest, nicht ohne auf Sozialkritik zu verzichten. Er illustrierte zahlreiche (Kinder-) Bücher, gestaltete Postkarten sowie Keramik. Seine besondere Liebe für die Menschen und Landschaft des Schwarzwaldes brachte ihm später den Namen Schwarzwaldmaler ein.

Als Künstler für das Mettlach Unternehmen Villeroy & Boch ist sein Name eher weniger bekannt. Was seine eindrucksvollen Umdruckdekore für Mettlach Wandteller betrifft, so wird einem schnell bewußt, welches Talent hier zu Werke gewesen sein muß. Er verstand es hervorragend Alltagssituationen im menschlichen Zusammenleben (z.B. beim Feiern oder bei der Arbeit) aber auch Stimmungsbilder in der Natur in Bildern einzufangen.

Aktuell bekannt sind seine Umdruckdekore auf Mettlach Wandteller mit der Formnummer #1044, die in verschiedenen Größen produziert wurden und alle von ihm signiert sind. Seine Signatur wirkt beim ersten Blick etwas befremdlich, da das erste "s" des Nachnames eher wie ein "f" aussieht. Dies liegt aber darin, dass man damals ein "s" innerhalb eines Wortes in Handschrift (Sütterlinschrift) so darstellte.

Folgende Dekore auf Mettlach Wandteller werden aktuell dem Künstler Fritz Reiss zugeordnet

 

Formnummern/Dekore: 

Wandteller / plaque / plate 

#1044/985, #1044/986, #1044/1001, #1044/1002, #1044/1003, #1044/1004, #1044/1066, #1044/1067, #1044/1099, #1044/1100

 

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Quellenangaben:

1. Mettlacher Turm (Ausgabe: Juli 2009 / Nr. 104): Vereinszeitschrift des Mettlacher Steinzeugsammler Vereins, Artikel: "Fritz Reiss" - Ein Künstler für Mettlach, Seite 6-7, Autor: Horst Barbian

2. Mettlacher Turm (Ausgabe: März 2003 / NR. 90): Vereinszeitschrift des Mettlacher Steinzeugsammler Vereins, Artikel: Fritz Reiss (1857-1916) und seine Dekore auf Mettlacher Wandtellern, Autor: Terry Hill, Ojai, California

3. Wikipedia Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Reiss, Lizenzbedignungen unter https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de

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